Kondom „vergessen“ – und jetzt?
25.09.2019

Kondom „vergessen“ – und jetzt?

Was Du tun kannst, nachdem Du ungeschützten Verkehr hattest.

„Sex ohne Verhütung? – Ich bin doch nicht verrückt!“

Genau dieser Aussage würden die meisten Menschen wahrscheinlich uneingeschränkt zustimmen. Schließlich ist das allgemeine Interesse an Geschlechtskrankheiten oder auch ungewollten Schwangerschaften eher gering. Dennoch passiert es immer wieder, dass zwei Menschen miteinander im Bett landen, ohne dass es eine Form von Verhütung gibt. Ob die Ursache dafür nun blinde Leidenschaft, falsches Vertrauen oder auch einfach fehlende Verfügbarkeit eines Kondoms ist, das spielt für diesen Artikel keine Rolle. Wir wollen uns mit den Maßnahmen befassen, die Ihr ergreifen solltet, wenn es bereits „passiert“ ist.

Risiko 1: Schwangerschaft

Auch wenn Kondom, Pille und Co. nicht im Spiel waren, kann eine ungewollte Schwangerschaft trotzdem relativ sicher verhindert werden. Was Ihr dafür benötigt, ist die sogenannte „Pille danach“. Diese erhaltet Ihr rezeptfrei in jeder Apotheke. Die zuverlässigste Wirkung hat das Medikament, wenn es innerhalb von 24 Stunden nach der Verhütungspanne eingenommen wird – je früher, desto besser. Abhängig vom Präparat ist es aber auch möglich, noch 72 bzw. 120 Stunden nach dem Verkehr eine Schwangerschaft zu verhindern.

Risiken und Nebenwirkungen hat die „Pille danach“ kaum, aber sie ist dennoch ein ziemlicher Hormonschock für den Körper. Deswegen ist sie wirklich nur für den Notfall gedacht – dies ist definitiv kein Ersatz für ein Kondom. Und: Sie wirkt nur im Nachhinein, daher könnt Ihr sie nicht vorbeugend benutzen. Sollte übrigens drei Wochen nach der Einnahme immer noch keine Regelblutung auftreten, ist ein Schwangerschaftstest sinnvoll. Dieser gibt innerhalb kürzester Zeit darüber Auskunft, ob das Notfall-Verhütungsmittel möglicherweise nicht gewirkt hat.

Risiko 2: Geschlechtskrankheit

Wenn es unmittelbar nach dem ungeschützten Akt Hinweise darauf gibt, dass Ihr Euch eventuell eine Geschlechtskrankheit eingefangen haben könntet, solltet Ihr sofort folgende Maßnahmen ergreifen. Diese können das Risiko einer Ansteckung im geringen Ausmaß verhindern:

  • Gründliche Reinigung des Penis: Unter fließendem Wasser sollte die Vorhaut zurückgezogen und die Eichel sowie die Innenseite der Vorhaut vorsichtig (ohne Druck auf die Schleimhaut) mit Seife gereinigt werden.
  • Mund ausspülen: Falls Samenflüssigkeit mit dem Mund aufgenommen worden ist, sollte diese sofort ausgespuckt werden. Anschließend muss fünfmal kurz (je 15 Sekunden) mit Wasser nachgespült werden. Achtung! Nicht die Zähne putzen, denn das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.
  • Augen ausspülen: Das Risiko einer Ansteckung ist zwar gering, aber auch wenn das Auge Kontakt mit Samenflüssigkeit hatte, solle gründlich mit Leitungswasser ausgespült werden.
  • Scheiden- oder Darmspülung unterlassen: Aufgrund des Verletzungsrisikos ist es nicht sinnvoll, den Unterleib auszuspülen. Die Aufnahme von Viren jeglicher Art in den Körper kann dadurch begünstigt werden.

Neben diesen Sofortmaßnahmen ist ein medizinischer Test natürlich unvermeidbar. Vor allem beim Verdacht auf eine mögliche HIV-Ansteckung solltet ihr so schnell wie möglich mit einem Arzt sprechen, idealerweise aus einer HIV-Schwerpunktpraxis oder einem HIV-Zentrum. Dieser kann gegebenenfalls die Einnahme von HIV-Medikamenten verschreiben, die die Aids-Erreger daran hindern, sich im Körper festzusetzen.

Wenn Ihr HIV zwar ausschließen könnt, aber trotzdem kurze Zeit nach dem Verkehr das Gefühl habt, dass etwas „nicht stimmt“, gibt es auch eine Alternative zum herkömmlichen Arztbesuch. Mithilfe der Angebote von testalize.me könnt Ihr Euch vollkommen anonym und unkompliziert per Online-Ferndiagnose auf die häufigsten Geschlechtskrankheiten (Chlamydien und Tripper/Gonorrhoe) testen lassen. Innerhalb von 72 Stunden erhaltet Ihr das zuverlässige Ergebnis der Laboranalyse inkl. weiterer Schritte, die Ihr gegebenenfalls unternehmen solltet.

Ein „vergessenes“ Kondom ist also nicht sofort ein Grund zum Verzweifeln, allerdings ist ein „Morgen danach“ wesentlich angenehmer, wenn ausreichender Schutz vorhanden war. Deswegen immer daran denken: SAFETY FIRST – Kondome schützen!