Sex – mehr als Lust und nackte Körper?
18.11.2019

Sex – mehr als Lust und nackte Körper?

Worum es wirklich geht, wenn sich zwei Menschen einander hingeben

Selbstverwirklichung und Anerkennung

Dass es beim Sex um mehr als nur Fortpflanzung geht, ist den meisten Menschen höchstwahrscheinlich bewusst. Schließlich gibt es nicht umsonst so viele Hilfsmittel, Toys, Gleitgele und Kondome für die „Schönste Nebensache der Welt“. Dass das Liebesspiel aber auch auf mehr als bloß die Befriedigung eines biologischen Triebs abzielt, ist vermutlich eher weniger bekannt. Die pure Lust und das rein Körperliche (so ausgefallen es vielleicht auch sein mag) sind nicht das Wichtigste bei der Vereinigung von zwei Menschen. Vielmehr geht es um Intimität, Selbstverwirklichung und das Gefühl des „Angenommenseins“.

Sex als intimste Form des zwischenmenschlichen Umgangs

Näher als beim Sex können sich zwei Menschen eigentlich kaum kommen. Dabei geht es allerdings nicht vorrangig um den räumlichen Abstand zwischen den Beteiligten, sondern vor allem um die psychologische Nähe. Denn beim Akt ist es nicht entscheidend, physisch nackt zu sein, sondern ganz offen das eigene Innere zu zeigen. Meistens geschieht dies ohne Worte im Moment des „Sich-gehen-Lassens“, des „Loslassens“, manchmal werden aber auch tiefe Sehnsüchte und Wünsche direkt geäußert. In jedem Fall entsteht durch die Vereinigung eine Situation der tiefen Kommunikation, der absoluten Nähe und der größtmöglichen Verbundenheit.

Bin ich okay?

Wer sich selbst öffnet, wird dadurch natürlich auch immer verwundbar und verletzlich. Daher gehört viel Mut dazu, diesen Schritt zu gehen und sich ungeschönt zu zeigen. Genau deswegen erwarten die Menschen für diese Leistung dann auch eine gewisse Form der Anerkennung. Ein zustimmender Blick oder eine emotionale Geste genügen hier meistens schon, um das Gefühl zu vermitteln: „Du bist in Ordnung. Ich steh auf Dich, so wie du bist!“ Und genau darum geht es. Egal ob zügelloses Liebesleben oder feste Partnerschaft – wir alle wollen einfach nur Bestätigung. Wir wollen uns akzeptiert fühlen. Wer diesen Zuspruch in einem so intimen Moment wie beim Sex erfährt, befriedigt damit nicht nur körperliche Lust, sondern vor allem ein tiefes, psychisches Bedürfnis.