Sexuelle Verantwortung – Ohne Vernunft kein Spaß!
08.09.2021

Sexuelle Verantwortung – Ohne Vernunft kein Spaß!

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„Wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist doch an alle gedacht – oder?“

Es mag ja sein, dass diese Auffassung hier und dort ihre Geltung haben mag, allerdings trifft dies wohl nicht auf die zwischenmenschliche Sexualität zu. Wer sich auf etwas so Intimes wie den sexuellen Akt einlässt – egal ob dabei zwei, drei oder noch mehr Personen involviert sind – hat nicht mehr nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für alle anderen Beteiligten. Und wir sprechen hier nicht nur davon, auf die physische Unversehrtheit zu achten …

Wo beginnt sexuelle Verantwortung?

Das wird Euch vielleicht verwundern: Denn nicht erst, wenn alle Klamotten gefallen sind, sondern schon weit vorher setzt die Idee des verantwortlichen Handelns an. Es beginnt bei den Motiven für den sexuellen Akt – und diese sollten stets von Respekt gekennzeichnet sein. Sex aus Bosheit, Mitleid oder auch Rache ist beispielsweise nicht sehr respektvoll. Hierbei handelt es sich um eine klare Herabwürdigung – wenn nicht sogar Demütigung! – des*der anderen. Oder anders gesagt: Wie würdest Du dich fühlen, wenn Du nur „benutzt“ wurdest? Genau … Spielchen sind kindisch und haben im Schlafzimmer nichts zu suchen (außer vielleicht Rollenspiele).

Grenzen sind da, um akzeptiert zu werden

Die sexuellen Motive sind das eine, der allgemeine Konsens ein anderes Thema, über das bei der sexuellen Verantwortung gesprochen werden muss. Hier gibt es eine ganz klare Regel: Kein Sex ohne vorherige Einwilligung. Dabei ist entscheidend, dass diese aktiv und mit klarem Kopf eingeholt werden muss. Es reicht nicht, „mal zu schauen, wie weit man gehen kann“. Nein. Alles, was passiert, sollte vorher allen Beteiligten klar sein. Überraschende Fesselspielchen, unerwarteter Anal-Verkehr oder auch das unabgesprochene Filmen des Akts sind schwerwiegende Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung und damit nicht sehr verantwortlich und respektvoll. Manche „Überraschungen“ wie das „Stealthing“ – also das heimliche Entfernen des Kondoms – sind sogar strafbar.

Verantwortung heißt auch Verhütung

„Sie hat gesagt, sie nimmt die Pille – das passt schon!“ Tja, mag ja sein, dass sie das gesagt hat, aber stimmt es auch? Und was ist mit sexuell übertragbaren Krankheiten? Was ist, wenn DU so eine Krankheit hast, von der Du noch nichts weißt? Ihr seht, das Thema Verhütung – und zwar im Sinne von „Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und gefährlichen Geschlechtskrankheiten“ – geht alle Beteiligten etwas an. Die Verantwortung liegt nicht nur auf einer Seite, sondern ist ganz klar beidseitig gegeben. Es ist auch einfach nicht fair, diesen Bestandteil des Liebesspiels einseitig abzuwälzen. Von daher: Sprecht vor dem Sex über das Thema Verhütung – und entscheidet Euch am besten für ein Kondom. Denn nur Kondome bieten zuverlässigen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten.

FAZIT: So unsexy es auch sein mag, Verantwortung gehört zum Liebesspiel immer dazu. Es geht um Respekt, Konsens und Schutz. Denkt daran: SAFETY FIRST!