Wie Selbstbefriedigung Euer Leben bereichern kann
24.03.2021

Wie Selbstbefriedigung Euer Leben bereichern kann

Infos und Tipps für Frauen

Die (h)ausgemachte Lust

Warum dreht sich bei MEIN KONDOM alles um den Gummi? Ganz einfach: Weil er eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt ist. Doch wenn Kondome für „Safer Sex“ stehen, dann dürftet Ihr Selbstbefriedigung mit Fug und Recht als „Safest Sex“ bezeichnen – garantiert ohne jedes Risiko für Krankheiten und Schwangerschaft.

Das ist allerdings nicht der Grund, warum wir den Frauen unter Euch jetzt mehr über diese ganz körperliche Eigenliebe erzählen. Denn Selbstbefriedigung kann das Leben auf zahllose Weisen bereichern. Warum sie das tut und wie Ihr das erreichen könnt, zeigen wir jetzt.

Die Entdeckung des eigenen Ichs

Im Leben fast jeder jungen Frau, meist noch bevor Partnerschaft überhaupt ein Thema ist, kommt der Moment, an dem sie etwas feststellt: Es fühlt sich ganz merkwürdig, aber trotzdem unheimlich gut an, den Unterleib an etwas zu reiben. Sei es der Fahrradsattel, sei es ein Treppengeländer beim Hinabrutschen oder auch ein Kissen (übrigens für viele junge Frauen der erste feste „Sexpartner“).

Von dort an entwickelt sich je nach Offenheit des Umfeldes häufig eine lange Geschichte, in der viele Frauen leider längst nicht oft genug Hand (oder Toy) an sich legen – und sich auf diese Weise von einem zentralen Bestandteil ihrer Sexualität abkoppeln.

Denn, um es ganz deutlich herauszustellen: Niemand weiß besser, was Euch guttut, als Ihr selbst. Das heißt: Je öfter Ihr Euch befriedigt, desto mehr lernt Ihr Eure Sexualität kennen – und desto besser könnt Ihr auch beim echten Sex das bekommen, was Ihr braucht, könnt Euren Partner anleiten, müsst niemals unbefriedigt bleiben.

Ihr möchtet noch mehr Gründe pro Selbstbefriedigung? Bitte schön:

  • Jeder Orgasmus schüttet Glückshormone in rauen Mengen aus. Je häufiger Ihr masturbiert, desto mehr haltet Ihr Euer Happiness-Level auf einem hohen Niveau.
  • Ihr könnt Dinge bekommen, die kaum ein Mensch in der Form hinbekommt – oder habt ihr schon mal gehört, dass das beste Stück eines Mannes gleichzeitig vibrieren und saugen kann, wie es der sogenannte Satisfyer vermag?
  • Ihr könnt genau das tun, was Ihr möchtet: Ohne Scheu, ohne Moralvorstellungen, ohne Kompromisse, die bei zweisamem Sex häufig dazugehören. Und vor allem könnt Ihr das alles tun, ohne Euch auf Gedeih und Verderb dem Timing und den vielleicht mangelhaften zärtlichen Fähigkeiten einesr Partnerins ausliefern zu müssen. Gerade bei Spielarten, bei denen sehr viel Feingefühl erforderlich ist (etwa das Einbeziehen Eures Popos), seid Ihr die beste Regisseurin für Euren „Sexfilm“.
  • Selbstbefriedigung ist gesund: Sie stärkt sämtliche Intimmuskeln, verbessert in dem Bereich die Durchblutung, wirkt schmerz- und krampflindernd (auch bei Menstruationsbeschwerden), boostet (ein bisschen) Euer Immunsystem und schwemmt durch die erhöhte Produktion von Vaginalsekret sogar unerwünschte Keime aus.

Und das alles steht Euch praktisch jederzeit zur Verfügung – im Zweifelsfall auch nach einem anstrengenden Arbeitstag; wenn Ihr ungeschminkt seid und Euer Body vielleicht auch schon seit Wochen keine Rasierklinge mehr gesehen hat. Zustände also, in denen Ihr keine große Lust auf zweisamen Sex hättet. Die vielleicht schönste Me-Time, die Ihr Euch geben könnt.

Auch Eigenliebe muss geplant ablaufen

Wenn Ihr mal nicht einschlafen könnt und stattdessen Löcher in die Luft starrt, dann ist es auf jeden Fall wesentlich angenehmer, eine Hand in den Hosenbund gleiten zu lassen und Euch zu streicheln, bis Euch erst ein Orgasmus überflutet und danach der Schlaf – übrigens ein weiterer gesundheitlicher Vorteil der Selbstbefriedigung.

Wenn Ihr allerdings konsequent und regelmäßig das Maximum aus dem Sex mit Euch selbst holen wollt, solltet Ihr etwas weiter gehen.

  1. Begreift Selbstbefriedigung nicht als schnelle Zwischendurch- oder Ersatzhandlung – ganz besonders nicht, wenn Ihr solo seid. Das heißt: Nehmt Euch für dieses Schäferstündchen ebenso viel Zeit und geht mit einer ebenso sexpositiven Stimmung daran wie an eine echte Nummer!
  2. Scheut Euch niemals, nicht nur Eure Hände als Spielzeug zu gebrauchen, besonders dann, wenn diese Euch nicht zuverlässig zum Orgasmus bringen. Allein was die Industrie der Spielzeuge liefert, ist ein Garant für zuverlässige Hammer-Orgasmen – allerdings solltet Ihr immer wieder variieren, auch gute Selbstbefriedigung lebt von der Abwechslung.
  3. Bringt Euch vorher in Stimmung! Auch Selbstbefriedigung kann ein erotisches Vorspiel beinhalten, darf mit scharfer Kleidung einhergehen – wenn Ihr möchtet, könnt Ihr Euch auch gern selbst vor dem Spiegel verwöhnen; vielen Frauen gefällt das nach etwas Überwindung sehr, weil es unheimlich erregend sein kann, sich selbst in seiner Lust zu beobachten.
  4. Begreift Euch und Euren Körper als eine große erogene Zone! Streichelt Euch überall, küsst Euch, nehmt die Zunge hinzu, kitzelt und gleitet. Der „Ground Zero“ Eures Orgasmus ist zwar Euer Intimbereich, jedoch entsteht er als ganzkörperliches Feuerwerk, das Euren Nacken ebenso beinhaltet wie die (ganzen) Brüste, Achseln, Kniekehlen und sämtliche anderen Bereiche.
  5. Macht Euch frei von der Annahme, dass Selbstbefriedigung nur im Bett oder auf der Couch und nur in (halb-)liegender Rückenlage stattfinden müsste. Gerade hierbei solltet Ihr experimentierfreudig sein: Hockt Euch in Reiterstellung auf ein Toy; reibt Euch im Stehen an der Couch; legt mit einer Hand Eure Klitoris frei, während Ihr mit der anderen den lauwarmen Strahl des Duschkopfs darauf richtet (doch egal wie gut es sich auch anfühlt, spritzt niemals direkt in Eure Vagina! Das ist nicht gut für die Scheidenflora).
  6. Legt Euch bloß keine moralischen Schranken auf! Natürlich sollt Ihr bei der Selbstbefriedigung auch fantasieren. Und dabei sollte es keine (!) Zensur Eures Kopfkinos geben. Ihr wollt Euch vorstellen, dass nicht Eure Hand es ist, die gerade den Vibrator führt, sondern die einer Frau? Dann macht es – ja, auch wenn Ihr niemals wirklich Sex mit einer Frau haben würdet. Das Gleiche gilt für alle anderen Fantasien: Masturbiert auf Tom Hardy, lasst Euch von demr einen, heißen Arbeitskollegin lecken, stellt Euch ruhig vor, der Mittelpunkt einer gemischtgeschlechtlichen Orgie zu sein, bei der es jeder mit jederm treibt – ganz egal, was Euer Gehirn auch auflegt: Es ist völlig okay, wenn Ihr Euch dazu selbst befriedigt.

Übrigens spricht auch gar nichts dagegen, wenn statt Eures Kopfkinos der Fernseher, der Laptop oder das Tablet eingeschaltet sind und darauf „richtiges“ Kino läuft. Abermals ist auch dabei wirklich alles gestattet. Das heißt: Ihr könnt ruhig auf Pornos speziell für Frauen zurückgreifen. Wenn Euch diese jedoch zu soft sind, dürft Ihr aber ebenso auch ohne schlechtes Gewissen die „härtere filmische Gangart“ genießen – es ist Eure Sexualität. Was Euch darin antörnen darf, bestimmt nur Ihr.

No-Go’s der Liebe mit Euch selbst

Selbstbefriedigung sollte keine Schranken kennen. Eine einzige jedoch solltet Ihr immer beachten: Es mag völlig okay sein, Eure Nippel mit einem Puderpinsel zu verwöhnen oder Eure Klitoris mit einem vibrierenden Handy zu bearbeiten. Was jedoch das Einführen in Vagina und Anus anbelangt, solltet Ihr ausschließlich „richtiges“ Spielzeug nutzen – und auch dabei der Hygiene wegen immer ein Toy Cover verwenden.

Merkt Euch: Nur weil etwas die Form einer Rakete hat, ist es nicht automatisch dazu geeignet, Euch in eine orgasmische Umlaufbahn zu katapultieren, sondern meistens viel eher ein Risiko, Euch in die gynäkologische Ambulanz zu befördern. Deshalb: Finger weg von Gurken, Haarbürstengriffen und ähnlichen untauglichen Objekten!